Editorial 02/17

by Klemens Rethmann

Liebe Leserinnen und Leser,

gerade erleben wir den Wandel zur Industrie 4.0, da folgt schon das nächste Schlagwort: Mobilität 4.0. Was steckt dahinter?

Industrie 4.0 steht für die Automatisierung, das heißt die Standardisierung von Prozessen und die Kategorisierung von Daten. Mobilität 4.0 bedeutet deutlich mehr Flexibilität, gerade, wenn es um die Mobilität von Personen geht. Will heißen: Wo heute nach festem Fahrplan gefahren wird, gibt es schon morgen Transporte auf Nachfrage.

„Erst eine leistungsfähige, dynamische Verarbeitung von Daten und deren permanente Kommunikation machen die Mobilität 4.0 möglich.“
 

Damit dies auch reibungslos funktioniert, bedarf es einer leistungsfähigen IT und der Vernetzung der Menschen mittels digitaler Kommunikation. Car-Sharing beispielsweise ist erst dann sinnvoll, wenn es digital organisiert ist. Schließlich muss der Nutzer wissen, wo das nächste freie Auto zu finden ist oder das freie Auto muss zum nächsten Nutzer navigieren können.

Und so passen die beiden Schlagworte Industrie 4.0 und Mobilität 4.0 doch wieder gut zusammen. Denn beide werden erst durch eine leistungsfähige, dynamische Verarbeitung von Daten und deren permanente Kommunikation möglich.

Die Mobilität von Waren organisieren wir Logistiker auch heute schon sehr flexibel, indem wir Netzwerke dynamisch optimieren, Touren täglich individuell planen und dispositiv im Tagesverlauf anpassen. Die dafür notwenigen IT-Werkzeuge haben wir selbst entwickelt.

Doch nicht jede Entwicklung, die im Zuge der Mobilität 4.0 derzeit bejubelt wird, ist tatsächlich innovativ. Nehmen wir das Platooning, den Zusammenschluss von Lkw zu einer Kolonne oder aber den Überleitungs-Lkw mit Anschluss ans Stromnetz. Beides funktioniert seit Jahrzehnten in ähnlicher Weise auf der Schiene.

Doch bislang ist es nicht gelungen, den Marktanteil der Schienengüterverkehre signifikant zu erhöhen. Warum? Es mangelt schlicht an einer konsequenten und praktikablen Investitionsstrategie im Bereich der Netzinfrastruktur. Schon vor Jahren hätten Engpässe wie am Oberrhein oder der Betuwe-Linie vermieden werden können.

Bleibt darauf zu setzen, dass Politik, Unternehmen und Gesellschaft künftig sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene die richtigen Weichen stellen. Ärgern Sie sich nicht auch bei einer Auto- oder Bahnfahrt über Funklöcher, die Sperrung von Brücken und den Zustand der Gleisinfrastruktur?

Die technologische Weiterentwicklung unserer Gesellschaft hängt davon ab, wie Politik und Wirtschaft ihre Hausaufgaben erledigen. Wir als Rhenus nehmen die Herausforderungen der Mobilität 4.0 gerne an – und zwar im Sinne unserer Kunden.

Dabei reicht es nicht, den Fortschritt allein in der Digitalisierung und Automatisierung zu sehen. Unsere Kunden entscheiden, wie sie mit uns kommunizieren möchten. Darauf müssen wir uns flexibel einstellen. Will heißen: Mobilität 4.0 muss so organisiert werden, dass viele davon profitieren und dauerhaft mobil bleiben.

null

Ihr

null

Klemens Rethmann
Vorstandsvorsitzender

Ausgaben
Weitere Logistics People
Index
Weitere Artikel der gleichen Ausgabe
Rhenus in Kürze 02/17

Rhenus Short News

Beweist Kreativität und Unternehmergeist, so lautete im Frühjahr der Aufruf des Innovationsprojektes Rhevo an alle Rhenus-Mitarbeiter. 260 Mitarbeiter aus 28 Ländern ließen sich das nicht zweimal sagen und entwickelten kluge Ideen und Lösungen, um die Rhenus-Welt mit Hilfe digitaler Technologien weiter voranzubringen. Die besten Produkte, die im Juli vor einer Jury präsentiert wurden, sollen nun umgesetzt werden. Das Projekt wurde auch auf dem ersten Digitalgipfel des Bundeswirtschaftsministeriums vorgestellt.
Titelthema 02/17

individuell, schnell, autonom

Tokio, 2030, 7:00 Uhr morgens: Ken Yamada setzt sich auf den Rücksitz des gerade gebuchten autonomen Taxis und beantwortet Mails. Plötzlich zieht das Elektromobil sanft auf die rechte Spur, denn es weiß, dass es sich an der nächsten Kreuzung staut. An einer Bahnstation steigt Yamada in eine fahrerlose U-Bahn um und legt die letzten Meter zum Büro mit einem angemieteten E-Bike zurück. Dort angekommen, hat er schon viele Aufgaben erledigt.
Interview 02/17

Rhenus baut Elektrotransporter mit individuellem Aufsatz

Rhenus SML N.V., eine Tochtergesellschaft von Rhenus Automotive Systems, übernimmt in Belgien die komplette Fertigung eines neuen Elektrotransporters, der insbesondere für Letzte-Meile-Lieferungen, also Transporte bis an die Haustür, geeignet ist. Rhenus-SML-Geschäftsführer Stefan Maussen erzählt von dem innovativen Projekt und den Herausforderungen der Automotive-Branche.
Trends und Märkte 02/17

Rhenus verbindet globale Märkte

ZWEI NEUE GATEWAYS FÜR DAS RHENUS AIR & OCEAN-NETZWERK Die Luft- und Seefrachteinheiten der Rhenus sind in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Kein Wunder also, dass der Logistiker 2017 in Deutschland gleich zwei neue Gateways für Sammelverkehre eröffnet hat. Das Seefrachtgateway befindet sich am Standort Hilden bei Düsseldorf, das Luftfrachtdrehkreuz in der Cargo-City-Süd am internationalen Flughafen Frankfurt am Main. In beiden Gateways werden Waren für den Im- und Export gebündelt sowie neue Frachtverbindungen entwickelt und ausgebaut.
Reportage 02/17

Von Wilhelmshaven ans Nordkap

Rhenus Midgard in Wilhelmshaven hat alles, was eine Brücke braucht: Mit 15.000 Quadratmetern reichlich Platz, Autobahnanbindung für die Anlieferung und einen Schwerlastkai, dem 700 Tonnen Gewicht nichts ausmachen. Ideale Voraussetzungen also für Endmontage und Verladung einer Netzwerkbogenbrücke, die künftig den norwegischen Bøkfjord überspannen soll.
Branche 02/17

Mobile Post

DIGITALE DOKUMENTE AUF ABRUF Kundenpost, Anträge, Bewerbungen: Täglich flattern Tausende Briefe in die Poststellen großer Unternehmen. Hinzu kommt eine noch viel größere Zahl von E-Mails, die in Info-Mailkonten aufschlagen. Die Sortierung, Verteilung und Bearbeitung von Sendungen und Nachrichten kosten viel Zeit und Ressourcen. Arbeit, die Rhenus Mailroom Services ihren Kunden abnimmt.
Rund um Rhenus 02/17

In Solingen stimmt die Chemie

Biesterfeld Spezialchemie gilt als einer der international führenden Distributeure für Produkte und Lösungen in der Welt der Spezialitätenchemie. Solche Stoffe werden für Lacke und Druckfarben genauso benötigt wie etwa für Klebstoffe und Elektronik oder sogar in den Bereichen Nahrungsmittel, Healthcare und Personal Care. Da das bisherige Lager in Hilden zu klein wurde, entschied sich das Unternehmen im Dezember 2016 für den Umzug in eine Betriebsstätte im benachbarten Solingen. Doch der Anspruch war hoch: Es sollte mehr werden als nur ein Umzug in ein neues Lager. Denn damit Waren weltweit zur rechten Zeit am rechten Ort sind, braucht Logistik ein intelligentes Management.
Metropole 02/17

EINE STADT ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN

Was haben Amsterdam, Madrid, Kopenhagen, Brüssel, Prag, Dublin und Vilnius gemein? Sie alle waren schon einmal Europäische Kulturhauptstadt. Als Vilnius 2009 gemeinsam mit Linz den Titel tragen durfte, war die barocke Stadt mit beeindruckender Architektur bei vielen Europäern doch eher unbekannt.
Index
Weitere Artikel der gleichen Rubrik
Editorial 01/17

by Klemens Rethmann

Die Menschen bei Rhenus sind so vielfältig wie unsere Unternehmensgruppe und die von ihr betreuten Menschen, Kunden und Branchen.
Editorial 01/18

by Klemens Rethmann

Jedes Unternehmen, ob Urgestein oder Start-up, beschäftigt sich mindestens einmal mit den grundlegenden Fragen: „Was macht uns aus, wer sind wir und wofür stehen wir?“
Editorial 02/18

by Dr. Stephan Peters

Einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen heißt festzustellen, was der Kunde braucht, bevor er es selbst erkennt. Daher bieten wir auch Mehrwerte über unsere Kommunikation an, indem wir Informationen über die Kanäle hinweg distribuieren. Vor sozialen Netzwerken machen wir dabei keinen Stopp. Einblicke hierzu bieten unsere QR-Codes.
Editorial 01/19

by Klemens Rethmann

Wenn Du erfolgreich sein willst, handle unternehmerisch und übernimm Verantwortung.
Editorial 02/19

Das Editorial als Video

Die Welt dreht sich jeden Tag etwas schneller. Alles wird anders, alles wird neu. Auch im Hinblick auf unser Unternehmensmagazin wagen wir gern Neues. Deshalb finden Sie das Editorial von CEO Klemens Rethmann erstmals als Video online unter: www.bit.ly/KRethEdDE