Branche 02/18

Let's get digital

Der Digital Hub als Innovationsmotor für die Rhenus-Dokumentenlogistik

Alle Dienstleistungen aus einer Hand das ist der Ansatz, den die Rhenus-Gruppe in vielen ihrer Geschäftsfelder verfolgt. Die Digitalisierung ist hierbei einer der effizientesten Hebel im Dokumentenmanagement. Dafür ist ein Team gegründet worden, das die Weichen für die digitale Zukunft der Rhenus Office Systems stellt.

Geleitet wird das Digital Hub von Martin Schröder, Head of Digital Strategy: „Unser Fokus ist, die internen und externen Kunden mit Hilfe unserer Dienstleistungen in der digitalen Transformation zu begleiten und voranzutreiben.“ Gemeinsam mit seinem Team verfolgt er zwei Ziele:

Zum einen werden für die Kunden neue digitale Produkte entwickelt, die branchenübergreifend skalierbar sind, aber auch die bestehenden Leistungen um digitale Mehrwerte ergänzen. Zum anderen werden Strategien entwickelt und Maßnahmen erstellt, um die digitale Transformation innerhalb der Rhenus Office Systems kontinuierlich voranschreiten zu lassen. Dazu gehört die übergreifende Vernetzung und Weiterentwicklung der IT-Applikationslandschaft.

„Beide Ziele sind gleich wichtig, um die ganzheitliche digitale Strategie der Rhenus Office Systems umzusetzen zu können“, weiß Martin Schröder. Gleichzeitig sollen alle Aktivitäten auf die Kunden verschiedener Branchen, darunter Healthcare und Pharma, Versicherungen, Immobilienwirtschaft, Banken und Sparkassen sowie die öffentliche Hand anwendbar sein.

Zunächst hat sich das Team auf die Healthcare-Branche spezialisiert. „Hierfür waren Zukäufe vor zwei Jahren der Grundstein. Durch die Firmen SYNIOS und IOS sind wir in diesem Markt bereits verankert und haben die notwendige Branchenexpertise, um unserem Anspruch gerecht zu werden, das Krankenhaus der Zukunft mitzugestalten“, so Claudia Hobohm, Geschüftsführerin der Rhenus Archiv Services.

Das Krankenhaus der Zukunft
Das Ganze könnte in etwa so aussehen: In der Akte eines Patienten stehen unter anderem Befunde, Behandlungsmethoden, der Behandlungsverlauf und Medikationspläne. Die vollständigen Informationen des Patienten sind aber auf verschiedene nicht-verknüpfte Systeme und Formate verteilt. So werden einige Informationen wie Ultraschallbilder oder Labordaten digital in den Systemen des Krankenhauses gespeichert. Andere Informationen liegen in der Papierakte des Patienten, zum Beispiel relevante handschriftliche Notizen aus der Visite oder der Untersuchung. Zudem werden die Papierakten nach Ende der Behandlung in der Regel ins Archiv verlagert, worauf selten ein Zugriff erfolgt. Diese Verteilung stellt das Krankenhaus vor die Herausforderung, relevante Informationen an der richtigen Stelle und zur richtigen Zeit ganzheitlich verfügbar zu machen, zum Beispiel für die Abrechnung von Leistungen, die patientenorientierte Behandlung oder die Medikationsplanung.

Die IOS GmbH bietet seit ihrer Gründung 1988 wegweisendes Fachwissen und hochfunktionale Softwareintegration sowie Beratung für Prozessoptimierung, Dokumentenmanagement und Informationsabläufe. Die Synios GmbH entwickelt seit 1997 ECM-Lösungen für das Dokumenten- & Informations- sowie Archivmanagement zur effizienten Workflow- & Prozessunterstützung und deckt von der Beratung über Software-Implementierung bis zur Umsetzung eine Reihe von Dienstleistungen ab. Beide Firmen verstärken seit 2016 als Teil der Rhenus-Gruppe die Expertise der Rhenus Office Systems.

Um die Informationen in Krankenhäusern also im Zuge der digitalen Transformation der Dokumentenlogistik zu sammeln und digital verfügbar zu machen, müssen Papierakten im ersten Schritt gescannt werden. Die digitalisierten Papierinformationen können dann mit den bereits digital vorliegenden Daten zusammengeführt, mithilfe einer intelligenten Inhaltserkennung verknüpft und im System des Krankenhauses bereitgestellt werden. „Das Beste daran – es sind lernende Systeme, durch die die Prozesse immer effizienter werden und sich weiterentwickeln“, beschreibt Claudia Hobohm das Vorgehen. „Mit dieser Lösung können wir unseren Kunden als digitaler Dokumentenmanager relevante Informationen zur richtigen Zeit und an der richtigen Stelle zur Verfügung stellen.“

Daneben entwickelt das Team neue digitale Produkte, die schon den Prozess der Informationsaufnahme digital ermöglichen und vereinfachen. Statt in einer Papierakte notiert der Arzt die Anmerkungen auf einem Tablet, erstellt Bilder von bereits vorliegenden Dokumenten oder zeichnet Sprachnachrichten auf, die dann intelligent und automatisch in die entsprechenden Systeme transferiert werden. Zusätzlich können mithilfe dieser neuen digitalen Produkte auch bestimmte wiederkehrende Prozesse automatisiert werden und dadurch nicht nur die Behandlung im Krankenhaus verbessern, sondern auch die Abrechnung, das Monitoring und vieles mehr. „Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir so bereits an weiteren innovativen Lösungen für das Krankenhaus der Zukunft“, sagt Martin Schröder.

Die Sprache des Kunden sprechen
Um diese umfassenden Lösungen für die Kunden zu entwickeln, braucht es natürlich nicht nur digitales Know-how, sondern auch fachliche Kenntnis über das Geschäft des Kunden. Hierfür hat das Team um Martin Schröder eine besondere Herangehensweise: Je nach Branche und Kunde ergänzen Experten das Team, die die Prozesse, Regulatoren und Spezifikationen der Branche kennen und verstehen, wie Martin Schröder erläutert: „Das können Bio-Technologen, Healthcare-Experten oder Ingenieure sein,die uns helfen, indem sie die Sprache des Kunden sprechen. Sie können durch ihre Berufserfahrung und Expertise in der Branche interessante Einsichten geben, die für uns in der Produktentwicklung sehr wichtig sind.“ Als Schnittstelle zwischen dem Digital Hub und den Kunden führen die Experten beispielsweise die Bestandsaufnahme bei den Kunden sowie Prozessanalysen durch, implementieren Verbesserungsvorschläge und geben die entsprechenden Informationen an das Team weiter.

„Unsere Kunden erwarten einen agilen und innovativen Experten in der digitalen Transformation. Wir müssen als Team also auch disruptiv zu sein, anders denken und neue Wege gehen. Hier helfen nicht nur die verschiedenen Branchen-Einblicke, sondern auch der Austausch mit anderen Unternehmen und Start-Ups. Let‘s get Digital!“, so Martin Schröder.

Martin Schröder (34) ist in Rostock geboren und verantwortet seit Oktober 2017 bei Rhenus Office Systems die Digitalisierungsstrategie. Zuvor begleitete er erfolgreich in verschiede-nen Rollen die Digitalisierung in renommierten Unternehmen wie unter anderem Scout24, GlaxoSmithKline, Nordex und der Techniker Krankenkasse und arbeitete zudem zehn Jahre als selbstständiger Berater.

 

Ausgaben
Weitere Logistics People
Index
Weitere Artikel der gleichen Ausgabe
Editorial 02/18

by Dr. Stephan Peters

Einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen heißt festzustellen, was der Kunde braucht, bevor er es selbst erkennt. Daher bieten wir auch Mehrwerte über unsere Kommunikation an, indem wir Informationen über die Kanäle hinweg distribuieren. Vor sozialen Netzwerken machen wir dabei keinen Stopp. Einblicke hierzu bieten unsere QR-Codes.
Rhenus in Kürze 02/18

Rhenus Short News

Im Januar 2018 hat die Rhenus-Niederlassung im italienischen Mailand ihre Kooperation mit den beiden deutschen Logistikfirmen Bursped und Köster & Hapke ausgebaut.
Titelthema 02/18

Gut integriert

Im Januar 2018 hat die Rhenus-Niederlassung im italienischen Mailand ihre Kooperation mit den beiden deutschen Logistikfirmen Bursped und Köster & Hapke ausgebaut.
Interview 02/18

Holz ist vielschichtig

Täglich umgeben wir uns mit Holz, ob in Möbeln, Böden oder Häusern. Weniger präsent sind die zahlreichen Produkte, die aus Sägeresthölzern entstehen: Hackschnitzel, die zu Laminat oder Papier verarbeitet werden, Sägespäne, aus denen Holzpellets zur Energiegewinnung hergestellt werden, oder Altholz, aus dem Spanplatten produziert werden können. Rhenus Forest Logistics ist auf die Logistik und den Handel genau dieser Nebenprodukte der holzverarbeitenden Industrie spezialisiert. Astrid Unverricht sprach mit Geschäftsführer Heiner Höfkes.
Trends und Märkte 02/18

EU und CHN kommen sich näher

Chinas Megaprojekt, die Neue Seidenstraße einschließlich Seeweg und Landbrücke, soll den internationalen Handel zwischen Asien und Europa langfristig durch eine stärkere Infrastruktur intensivieren. Mit ihrem engverzweigten Netzwerk entlang der Seidenstraße hat sich Rhenus Air & Ocean durch jahrzehntelange Erfahrung und die Entwicklung ihrer Dienstleistungen gemeinsam mit den Kollegen der Rhenus Intermodal Systems und Rhenus Road ebenfalls auf diese Märkte spezialisiert. Insbesondere für die neuen Transportkorridore der Landbrücke hat Rhenus entsprechende Produkte entwickelt, die die Expertisen der verschiedenen Rhenus Geschäftsfelder verbindet, wie Peter Cramm, Product Manager Landbridge Europe bei Rhenus Air & Ocean N.V., und Carol Kong, Product Manager Landbridge Greater China bei Rhenus Logistics China Ltd., berichten.
Reportage 02/18

Unterwegs in göttlicher Mission

Ein sehr ungewöhnliches Projekt brachte die Rhenus Air & Ocean aus Hamburg zu einem erfolgreichen Abschluss: Dank des unermüdlichen Einsatzes aller Projektbeteiligten erreichte die vier Meter hohe Krishna-Statue nach langer Reise aus Südindien unbeschadet und fristgerecht ihr Ziel auf dem Gelände des Hindutempels in Hamm.
New@Rhenus 02/18

Den richtigen Ton treffen

Anthrazitgrau, Feuerrot, Moosgrün: Die Auswahl der Farben, Lacke und Lasuren, die Rhenus Warehousing Solutions im Auftrag ihres Kunden Ewald Dörken AG mischt und tönt, ändert sich jeden Tag. Kein Wunder, gibt es doch weltweit über 16 Millionen verschiedene Farbtöne. 1.600 Farbrezepturen hat die Dörken-Gruppe bereits entwickelt. Die Logistik ist komplex, sensibel und erfordert eine flexible Anpassung an die Produktion des Herstellers.
Metropole 02/18

Marvellous Melbourne

Von einer kleinen Kolonie über den Goldrausch-Boom zur zweitgrößten Stadt Ozeaniens ist Melbourne heute die „most liveable city“ weltweit, wie verschiedene Rankings bestätigen. Und nicht nur das: auch im Transportbereich gilt Melbourne seit jeher als Pionier. Daneben ist die südliche Hafenstadt auch für ihre literarische und künstlerische Geschichte bekannt.
Index
Weitere Artikel der gleichen Rubrik
Branche 01/17

Wie Digitalisierung die Arbeitswelt verändert

Im Internet einkaufen, Fotos teilen, bloggen und Kommentare posten. Nicht nur im privaten, auch im beruflichen Umfeld bestimmen digitale Plattformen und Angebote mittlerweile unser Leben.
Branche 02/17

Mobile Post

DIGITALE DOKUMENTE AUF ABRUF Kundenpost, Anträge, Bewerbungen: Täglich flattern Tausende Briefe in die Poststellen großer Unternehmen. Hinzu kommt eine noch viel größere Zahl von E-Mails, die in Info-Mailkonten aufschlagen. Die Sortierung, Verteilung und Bearbeitung von Sendungen und Nachrichten kosten viel Zeit und Ressourcen. Arbeit, die Rhenus Mailroom Services ihren Kunden abnimmt.
Branche 01/18

Wenn Zukunft Alltag wird - Mein Kollege der Roboter

In kurzer Zeit Daten für eine Suchmaschine sammeln oder Wartungsarbeiten an einem vorher festgelegten Termin anstoßen: Mit so genannten Bots, automatisierten Computerskripten, ist dies heute ein Leichtes. In der digitalen Arbeitswelt halten Roboterlösungen immer stärkeren Einzug. Auch innerhalb der Rhenus-Gruppe werden diese seit letztem Jahr bei Rhenus Office Systems eingesetzt.
Branche 01/19

Starke Löwen

Rund eine Viertelmillion Geldspielgeräte gibt es in Deutschland. Im vergangenen Jahr stand die Branche vor einer immensen Herausforderung: Eine Verordnungsnovelle erforderte den Austausch oder Umbau aller aufgestellten Automaten in der Bundesrepublik zu einem vorgegebenen Stichtag. Eine Mammutaufgabe, die die LÖWEN-Gruppe, Deutschlands führender Hersteller und Betreiber von Geldspielgeräten, und Rhenus High Tech mit ihrer Gesellschaft Rhenus Midi Data gemeinsam meisterten.
Branche 02/19

Schöner Urlauben

Vier Jahreszeiten, Hyatt, Waldorf Astoria, Marriott, MGM, Wynn: Die Liste der renommierten Hotels und Casinos, für die Rhenus Project Logistics in den letzten Jahren tätig sein durfte, ist lang. Viele Handgriffe sind beim Neubau und bei Renovierungen von Hotels nötig, damit sich die Gäste nachher wohlfühlen. Ein Job für die Rhenus Project Logistics.