Reportage 01/19

Ready, Heavy, Go!

Cuxports neuer Liegeplatz kommt noch vor seiner Einweihung zum Einsatz

Noch bevor im September der Liegeplatz 4 am Cuxport-Terminal offiziell eröffnet wurde, war die 8,5 Hektar große Schwerlastfläche ab Sommer 2018 Schauplatz für ein großes Offshore-Projekt. Cuxhaven diente als Installationshafen für insgesamt 31 Gründungsstrukturen für Deutsche Bucht, den Offshore-Windpark des kanadischen Energieerzeugers Northland Power.

Zunächst transportierte das Schwergutschiff „Happy Star“ von Juli bis August 31 sogenannte Transition-Pieces, mehr als 300 Tonnen schwere gelbe Turmsegmente, aus Spanien nach Cuxhaven. Dort wurden sie am Liegeplatz 4 mit dem schiffseigenen Kran auf die Pier gehoben und in Installationsreihenfolge gelagert. Die 31 Monopile-Fundamente wurden per Transportbarge nach Bedarf aus Rostock zum Cuxport-Terminal geliefert und direkt auf das Installationsschiff „Scylla“ verladen. Für die Verladung der Transition Pieces und Monopiles jackte „Scylla“ vor dem Liegeplatz 4 auf, hob sich also mit seinen vier Stelzen aus dem Wasser. Das Schiff lud dann jeweils drei Transition Pieces von der Kaikante sowie drei jeweils rund 1.100 Tonnen schwere Monopiles direkt von der Barge und trat anschließend die Reise zum Installationsort in der Nordsee an, rund 95 Kilometer nordwestlich der Insel Borkum.

Beste Bedingungen
Neben Cuxport war auch Rhenus Offshore Logistics am Projekt beteiligt und übernahm die Aufgaben des Hafenagenten, zu denen unter anderem die Verzollung der Fracht und der Crew-Wechsel auf dem Schiff gehörten. Der Spezialist für Offshore-Logistik und -Versorgung hat eine eigene Niederlassung in Cuxhaven. „Der Hafen bietet für die Abwicklung von Offshore-Projekten nicht nur schwergutfähige Flächen, Straßen und Umschlaggeräte, sondern dazu Expertise für die spezielle Aus- und Weiterbildung von Personal und die Kapazität für die Versorgung von Offshore- Anlagen. Dieses umfassende Angebot macht Cuxhaven zum idealen Basishafen für die Offshore-Windindustrie“, bestätigt Hans-Peter Zint, Geschäftsführer von Cuxport.

Neuer Liegeplatz in Cuxport

Erfolgreicher Start
Der Kunde Van Oord ist als „Balance of plant”- Generalbauunternehmen für Design, Engineering, Beschaffung, Herstellung und Installation der Fundamente, der parkinternen Verkabelung und der Umspannstation sowie für den Transport der Windenergieanlagen verantwortlich. „Für Cuxhaven hat sich Van Oord aufgrund der gesamthaft optimalen Rahmenbedingungen für den Umschlag zwischen Barge, Kaikante und Schiff entschieden“, berichtet Roland Schneider, Leiter Business Development bei Cuxport. Die Inbetriebnahme des Offshore-Windparks ist für die zweite Jahreshälfte 2019 geplant.

Innovative Technik
Zusätzlich zu den 31 Monopile-Fundamenten werden im Offshore-Windpark Deutsche Bucht zwei Windkraftanlagen auf sogenannten Mono- Bucket-Fundamenten errichtet. Bei dieser neuen Technik erfolgt die feste Einbettung des Fundaments im Meeresboden mit Hilfe von Unterdruck in den Saugeimer-Fundamenten. Dies ermöglicht eine geräuscharme und umweltschonende Installation. Deutsche Bucht ist weltweit der erste Offshore-Windpark, bei dem diese neuartige Gründungsstruktur im kommerziellen Betrieb getestet wird. Insgesamt haben die 33 Windenergieanlagen des Parks eine Netzanschlusskapazität von knapp 270 Megawatt und können künftig den jährlichen Stromverbrauch für rund 328.000 Haushalte abdecken.

Überblick Liegeplatz 4ÜBERBLICK LIEGEPLATZ 4

Fläche: 8,5 ha | Kaimauer: 290 m
Wassertiefe: 17,30 m
Ausstattung: 4 Schwerlastblöcke
(Belastbarkeit > 20 t pro m2)

 

 

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