Interview 02/19

Schnell, sicher und automatisch

Rhenus ist Zollexperte für Russland-Importe und Exporte

In Smolensk, an der Grenze zwischen Weißrussland und Russland, betreibt Rhenus seit 2013 ein einzigartiges Zollund Logistikterminal. Hier wird nicht nur das Pilotprojekt „Grüner Zollkorridor“ für ein vereinfachtes Zollverfahren im Russland-Import entwickelt. Aktuell entsteht hier auch ein Zollabfertigungszentrum für die Chemische Industrie. Olaf Metzger, Geschäftsführer der OOO Rhenus Freight Logistics, und Carsten Hölzer, Geschäftsführer der Rhenus Freight Sales, berichten von elektronischer Zolldeklarierung und der neuen Lösung „Customs Control Tower“.

Herr Metzger, was hat sich in Smolensk seit der Eröffnung des Terminals verändert?
Metzger: Die Digitalisierung macht auch vor der Zollabfertigung nicht halt. So arbeiten wir heute zu 100 Prozent mit elektronischer Deklarierung. In diesem Zuge haben wir in einem Pilotprojekt ein vereinfachtes Zollverfahren mit automatischer Registrierung der Zollanmeldung und -abfertigung getestet. Mit großem Erfolg: Dieses Verfahren bieten wir nun allen Kunden am Standort an. 

Herr Hölzer, 2019 haben Sie zudem ein neues Gefahrgutlager am Standort eröffnet. Reagieren Sie damit auf einen Markttrend?
Hölzer: So ist es: Russland setzt bereits seit einigen Jahren verstärkt auf die Agrarproduktion. Neben einer erhöhten Nachfrage nach mehr Transporten von Ausrüstungen und Maschinen gibt es diese auch für Pflanzenschutzmittel. Das ist nur ein Aspekt einer wachsenden Entwicklung der Chemischen Industrie. Dem tragen wir mit unserer neuesten Erweiterung in Smolensk Rechnung: Ein Zwischenlager für chemische Güter direkt auf dem Areal des Zollterminals.

Und was macht Rhenus da zum Vorreiter?
Metzger: Es gibt in Russland wenige Zolllager, die den Anforderungen der russischen Behörden bezüglich Brand- und Umweltschutz sowie Compliance entsprechen. Rhenus arbeitet mit höchsten Qualitätsansprüchen und hat die nötige Erfahrung, hier bereits heute eine sichere Einfuhr von Waren zu garantieren. Diese Expertise haben wir nun in einer neuen Lösung für unsere Kunden gebündelt.

Richtig, der „Customs Control Towerˮ. Was hat es damit auf sich?
Hölzer: In der Chemieindustrie haben wir es häufig mit Gütern zu tun, die diverse zusätzliche Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen erfordern. Mit unserer „Customs Control Tower“-Lösung übernehmen wir die komplette Koordination, Abwicklung und Dokumentation der Zollaktivitäten entlang der gesamten Supply Chain. Der Kunde hat gleichzeitig die volle Kontrolle und Transparenz über seine Zollabfertigung.
Metzger: Außerdem bieten wir diverse Mehrwertdienstleistungen an, beispielsweise die Auswertung der Transportdaten in einem zentralen System. Sowohl Digitalisierung und Automatisierung mit Fokus auf die Chemische Industrie als auch die Spezialisierung auf Zollabfertigung: In Smolensk haben wir für unsere Kunden all diese Kernkompetenzen kombiniert.

Gefahrgutlager in Smolensk
5 separate, temperaturgeführte Lagerungsboxen (jede Box entspricht einer Lkw-Ladung)
Lizenz für Abfertigung, Lagerung und alle Operationen mit Gütern der Gefährdungsklasse 3 (Lacke, Farben, Lösungsmittel)

Olaf MetzgerOlaf Metzger
Geschäftsführer der OOO Rhenus Freight Logistics

 

 

 

Carsten HölzerCarsten Hölzer
Geschäftsführer der Rhenus Freight Sales

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